Drei Fehler, an denen Automatisierungsprojekte in der Spedition scheitern, und der eine, den fast alle machen

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Bodo Buschick
14/9/26
•
3 Min
Drei Fehler, an denen Automatisierungsprojekte in der Spedition scheitern, und der eine, den fast alle machen

Strategy& und BVL haben im November 2025 115 Logistikdienstleister befragt. 96 Prozent haben Digitalisierung angestoßen. 10 Prozent skalieren. Ein Drittel scheitert an Vorbehalten der Belegschaft, die Hälfte an fehlenden Prioritäten.

Die Studie nennt Gründe. Ich nenne die drei Fehler, in denen diese Gründe im Projekt konkret werden, so wie wir sie in Speditionen sehen. Und woran man sie in Woche 2 erkennt, wenn noch Zeit ist.

Fehler 1: Der Pilot, den die IT ohne die Disposition baut

Das häufigste Muster: Die Geschäftsführung gibt das Thema an die IT. Die IT baut einen Piloten, sauber, isoliert, mit Testdaten. Nach drei Monaten steht eine Demo. Die Disposition sieht sie zum ersten Mal und sagt: „So läuft das bei uns nicht." Dienstags kommen die Korrekturen des Kunden. Kunde C darf nie automatisch bestätigt werden. Die Palettenzahl steht bei Kunde D im Betreff.

Woran man es erkennt: In Woche 2 gibt es ein Architekturdiagramm, aber keine Liste der Ausnahmen aus der Disposition.

Was hilft: Die Disposition zählt und schreibt in Woche 1 und 2 mit. Bei einer Portalbestätigung kamen so 23 Schritte zusammen, wo das erste Gespräch drei genannt hatte. Der Dienst wird dann für 23 gebaut, nicht für drei.

Fehler 2: Automatisieren auf Stammdaten, die niemand geprüft hat

Der Dienst liest den Auftrag richtig, prüft gegen den Kundenstamm und findet den Kunden dreimal: „Hanse Maritime GmbH", „Hanse Maritime", „HanseMaritime Hamburg". Er bucht auf den falschen. Oder er bucht gar nicht, weil er sich nicht entscheiden kann, und die Klärliste hat am ersten Tag 40 Einträge.

Woran man es erkennt: In Woche 2 kann niemand sagen, wie viele Dubletten der Kundenstamm hat, und niemand hat 20 echte Beispieldateien.

Was hilft: Die Prüfung gegen den Stamm gehört in den Dienst, und die ersten zwei Wochen Klärliste sind eine Stammdatenbereinigung, kein Fehler des Projekts. Beim Großhändler aus der Case Study zur Bestellerfassung waren nach drei Monaten 80 Prozent der Bestellungen ohne Berührung gebucht. In den ersten Wochen deutlich weniger, und der Unterschied war der Stamm, nicht der Dienst.

Fehler 3: Fünf Prozesse gleichzeitig

Auftragserfassung, Portal, Ankunft, Rechnung und Avis in einem Projekt. Klingt effizient, und jeder Anbieter verkauft es gern so. In der Praxis vermischen sich fünf Klärlisten, fünf Zugänge hängen an denselben drei Personen, und nach acht Wochen läuft nichts produktiv, aber alles zu 70 Prozent.

Woran man es erkennt: Der Projektplan hat fünf Spalten und eine Person für die Zugänge.

Was hilft: Ein Prozess in vier Wochen, dann der nächste. Die Reihenfolge steht im Beitrag Fünf Prozesse, die eine Spedition zuerst automatisieren kann. Der zweite Prozess ist billiger als der erste, weil Zugänge, Stamm und Protokoll schon da sind. Nur nicht gleichzeitig.

Der Fehler, den fast alle machen

Er steckt in allen dreien: Der Alarm hängt am Lauf, nicht am Ergebnis. Der Dienst startet jeden Morgen, ein Vorschritt fällt still aus, und er endet ohne Buchung. Tage später merkt es jemand. Wir haben das selbst erlebt: ein Dienst, der lief und eine Woche lang nichts lieferte, weil der Schritt davor ohne Meldung stehen geblieben war. Seitdem zählt der Wächter, was gebucht, gemeldet oder bestätigt wurde. Null an einem Werktag mit Eingang ist ein Ausfall, egal wie grün das Lauf-Symbol ist.

Ein Vorbehalt: Die drei Fehler stammen aus Projekten in Speditionen und Lagerbetrieben mit 20 bis 500 Mitarbeitern. In einem Konzern mit eigener Entwicklungsabteilung kommt ein vierter dazu, der hier fehlt: das Projekt, das drei Abteilungen gleichzeitig freigeben müssen.

Welchen der drei Fehler haben Sie in Ihrem letzten Projekt gesehen? Schreiben Sie mir die Nummer und den Prozess. Ich sage Ihnen, wie wir ihn beim zweiten Anlauf aufsetzen würden. Prozess-Check anfragen, 30 Minuten, ohne Verkaufsgespräch.