
Das ist ein Dienstag in einer Disposition, in der vier Dienste laufen. Kein einzelner Betrieb, sondern zusammengesetzt aus den Protokollen unserer Kundenprojekte: Auftragserfassung aus Mail und PDF, Kundenportal ohne Schnittstelle, Ankunftsmeldung aus der Telematik, Frachtrechnungseingang. Die Uhrzeiten sind typisch, die Vorgänge echt.
Das Postfach hat über Nacht 38 Aufträge bekommen. Der Erfassungsdienst hat sie gelesen, gegen den Kundenstamm geprüft und 31 davon im TMS angelegt. Sieben stehen in der Klärliste: zwei unbekannte Ladestellen, drei Termine ohne Uhrzeit, ein PDF ohne Referenz, ein Kunde mit zwei Schreibweisen im Stamm.
Der Disponent öffnet die Klärliste, nicht das Postfach. Sieben Entscheidungen, je Fall Original und Vorschlag nebeneinander. Zwölf Minuten. Vorher waren es 38 Aufträge abtippen, gut zwei Stunden.
Der Portal-Agent ist um 07:00 gelaufen: angemeldet, 412 offene Aufträge geprüft, 409 bestätigt, drei in die Klärliste, weil die Menge über der Toleranz lag. Der Disponent sieht die drei, ruft bei einem Kunden an und bestätigt zwei von Hand. Zehn Minuten. (Dienstag ist bei diesem Kunden ein ruhiger Tag. Mittwochs kommen die Korrekturen, dann sind es bis zu 1.600 Änderungen.)
Die Zeit, für die der Disponent eingestellt wurde. Touren schieben, Fahrer einteilen, mit einem Kunden über ein Zeitfenster verhandeln. Im Hintergrund liest der Ankunftsdienst alle 15 Minuten die Telematik. Um 08:45 meldet er dem ersten Kunden, dass der Lkw 30 Minuten vor der Rampe ist. Der Disponent sieht die Meldung in seiner Liste, ruft niemanden an.
Der Wächter meldet: Der Rechnungsdienst ist um 10:30 gelaufen, hatte 22 Rechnungen im Eingang und null gebucht. Fehlertext: Zugang zum TMS abgelehnt. Der Disponent liest den Fehlertext, nicht mehr. Er ruft die IT an, die das Kennwort für den Dienst am Morgen geändert hat. Um 11:05 läuft der Dienst wieder, 22 Rechnungen werden dem Auftrag zugeordnet, 19 gebucht, drei in die Klärliste wegen Abweichung über der Schwelle.
Vorher wäre das niemandem aufgefallen. Der Dienst wäre grün gewesen, und die Rechnungen hätten bis Donnerstag gewartet.
Ein Kunde ruft an: „Wo ist meine Sendung?" Der Disponent schaut in die Ankunftsliste. 11:25 gemeldet, Rampe informiert. Er sagt es dem Kunden und fragt nebenbei, ob die Meldung angekommen ist. Sie war bei der Rampe, nicht beim Einkauf. Ein Eintrag im Stamm, damit die Meldung ab morgen an beide geht.
Nach dem Mittag drei neue Klärfälle aus dem Erfassungsdienst, alle vom selben Kunden mit unbekannter Artikelnummer. Der Disponent bucht sie nicht von Hand. Er ruft den Kunden an: Die Nummern stammen aus einem neuen Katalog. Der Stamm wird ergänzt, ab morgen liest der Dienst sie selbst. Das ist die Arbeit, die vorher nie passiert ist, weil das Abtippen die Zeit gefressen hat.
Der Portal-Agent läuft ein zweites Mal und meldet eine unbekannte Meldung des Portals: „Ihr Passwort läuft in drei Tagen ab." Das Sprachmodell hat sie gelesen und als Hinweis eingeordnet, nicht als Fehler. Der Agent hat weitergemacht und den Hinweis in die Klärliste gelegt. Der Disponent gibt ihn an die IT weiter. Ohne das Modell wäre der Lauf abgebrochen.
Bevor er geht, öffnet der Disponent das Tagesprotokoll: vier Dienste, neun Läufe, 38 Aufträge, 412 Portalaufträge, 22 Rechnungen, 14 Ankunftsmeldungen, ein Ausfall von 35 Minuten, 13 Klärfälle, alle erledigt. Er liest es in einer Minute. Montags bekommt die Geschäftsführung dieselben Zahlen als Wochenmail.
Der Disponent hat keinen Auftrag abgetippt, kein Portal von Hand bedient, keinen Fahrer nach der Ankunft gefragt. Er hat 13 Entscheidungen getroffen, einen Ausfall in 35 Minuten behoben und zwei Stammdatenfehler beseitigt, die sonst jeden Tag wiedergekommen wären. Die Dienste haben gelesen, geprüft und gemeldet. Die Regeln, nach denen sie das tun, hat er selbst mitgeschrieben.
Ein Vorbehalt: Die Zahlen sind aus mehreren Betrieben zusammengesetzt, um einen typischen Tag zu zeigen. In keinem einzelnen Betrieb laufen genau diese vier Dienste mit genau diesen Mengen. Was echt ist: die Vorgänge, die Klärfälle und der Alarm um 10:40, den wir in ähnlicher Form schon erlebt haben.
Wie sieht Ihr Dienstag um 06:30 aus? Nennen Sie mir den ersten Handgriff des Tages in Ihrer Disposition. Ich sage Ihnen, welcher Dienst ihn übernehmen würde. Prozess-Check anfragen, 30 Minuten, ohne Verkaufsgespräch.